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Bestandsname:
Internationaler Jugend-Bund (IJB) / Internationaler Sozialistischer Kampfbund (ISK)
Klassifikation:
Beständeübersicht » Organisationsbestände » Andere Organisationen » Andere Parteien und Organisationen » Internationaler Jugendbund (IJB) / Internationaler Sozialistischer Kampfbund (ISK)
Signaturkürzel:
4/IJB-ISK
Laufzeit:
1916 - 1979
Umfang:
13,00 lfm
Biografie/Organisationsgeschichte:
Internationaler Jugendbund (IJB) 1917-1925
Internationaler Sozialistischer Kampfbund (ISK) 1925-1945

Der Philosophie-Professor Leonard Nelson gründete 1917 den Internationalen Jugendbund und 1926 den Internationalen Sozialistischen Kampfbund, um sein philosophisches Werk, aufbauend auf den Lehren von Immanuel Kant und Jakob Friedrich Fries, in die politische Praxis umzusetzen. Der ISK erlangte vor allem durch zum Teil spektakuläre Widerstands-Aktionen gegen den Nationalsozialismus im Deutschen Reich und im Exil Aufmerksamkeit und Anerkennung.
Leonard Nelson, der bis zu seinem Tod unbestrittener Führer der Organisationen war, zog aus den Grauen des Ersten Weltkrieges die Konsequenz, die bürgerliche Gesellschaft habe versagt, da sie nicht in der Lage gewesen sei, den Weltkrieg zu verhindern. Seine Hoffung ruhte daher auf der Arbeiterbewegung und auf der jungen, nachwachsenden Generation. Nach Nelsons Lehre war es Aufgabe des IJB, politische Führungspersönlichkeiten auszubilden, die eine Herrschaft der Weisen zu installieren vermögen. Die IJB-Mitglieder mussten einerseits hohen Anforderungen gerecht werden: die philosophischen Theorien Nelsons verinnerlichen, was u.a. den Verzicht auf Alkohol, Tabak und Fleisch beinhaltete und die Annahme antidemokratischer, antimarxistischer und antiklerikaler Positionen bedeutete; andererseits mussten sich die Mitglieder in Organisationen der Arbeiterbewegung engagieren, insbesondere bei den Jungsozialisten, in der SPD und in Gewerkschaften. Es ist nicht verwunderlich, dass der IJB wie auch später der ISK nie viele Mitglieder hatte (max. 200-300) und dass die SPD die Inhalte des IJB nicht mit ihren politischen Zielen verbinden konnte. Dies führte 1925 zu einem Unvereinbarkeitsbeschluss der SPD. Als Reaktion darauf gründete Leonard Nelson eine eigene Partei, den Internationalen Sozialistischen Kampfbund (ISK), in dem die gleichen Ansprüche und Ziele wie im IJB galten. Nach dem Tod Nelsons 1927 ging die Führung nahtlos an seinen Sekretär Willi Eichler über.
Trotz seiner zum Teil kritisch zu sehenden Ansichten, war der ISK in der Lage, frühzeitig die Bedrohung durch den Nationalsozialismus realistisch einzuschätzen. 1932-1933 intensivierte der ISK seine Aktivitäten gegen die Nazis und schaffte es trotz geringer personeller Ressourcen, die Tageszeitung "Der Funke" herauszubringen. Darüber hinaus bereitete sich der ISK auf die Arbeit im Untergrund vor: die Organisation wurde zum Schein aufgelöst, Partei-Schriften wurden vernichtet, Widerstands-Zellen wurden gebildet, eine Auslandszentrale um Willi Eichler in Paris aufgebaut, wo Propaganda-Material erstellt wurde und es wurden illegale Transport-Kanäle zwischen Auslandszentrale und Deutschland gebildet, um gefährdete Personen aus dem Reich zu retten und illegales Material nach Deutschland zu schmuggeln. Bis 1937 konnte der ISK in zahlreichen Aktionen Widerstand leisten, ohne dass das reichsweite Widerstandsnetz aufflog. 1938 wurden mehrere Mitglieder bei Verhaftungswellen gefasst und anschließend verurteilt, was den zentral organisierten ISK-Widerstand innerhalb Deutschlands beendete.
Im Exil arbeitete der ISK weiter vor allem um Willi Eichler in Paris und nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges in London. Der ISK publizierte zahlreiche Schriften gegen den Nationalsozialismus und begann mit anderen Exil-Gruppen deutscher Sozialisten zusammenzuarbeiten. Besonders erwähnenswert ist dabei die Bildung der "Union deutscher, sozialistischer Organisationen in Großbritannien", in der Willi Eichler für den ISK mitwirkte und in der u.a. Vertreter von SPD, Neu Beginnen und SAP zusammenkamen. Es kam zu einer Wiederannäherung an die SPD. Dies führte nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges dazu, dass der ISK in der SPD aufging und Willi Eichler in den Parteivorstand der SPD gewählt wurde. Der ISK wurde Ende 1945 aufgelöst.
Struktur des Bestandes:
Überlieferung der Aktivitäten von IJB und ISK, insbesondere durch die vielen erhaltenen regelmäßigen Berichte der Mitglieder über ihre Aktivitäten und durch die sogenannten "Monatsantworten", mit denen die beiden Vorsitzenden Leonard Nelson und Willi Eichler mit den Mitgliedern kommunizierten.
Bestandsgeschichte:
Grundstock ist das ehemalige zentrale ISK-Organisationsarchiv, das aus dem zentralen IJB-Archiv hervorgegangen ist. Nach Auflösung des ISK wurde der Bestand, soweit erhalten, im Rahmen der Philosophisch-Politischen Akademie verwahrt. Bestand wurde einem Beschluss des Vorstandes der Philosophisch-Politischen Akademie folgend im Herbst 1979 durch Erna Blencke dem AdsD übergeben.
Bestand wurde neu eingeteilt in "IJB". "ISK" und "nach der Auflösung des ISK".
Bestände in anderen Archiven:
Bundesarchiv / Stiftung Archiv der Parteien und Massenorganisationen der DDR
Benutzung:
AdsD
Erschließung:
ja


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